L(i)ebenswertes Enger - Zukunft mit Vernunft gestalten FDP Enger

15. Februar 2010

Kulturfrühstück der FDP-Landtagsfraktion in Herford

"Nicht Leuchttürme, sondern eine lange Lichterkette"

Herford / Westfalen. Beim Kulturfrühstück der FDP-Landtagsfraktion kamen am Sonntag im Herforder Daniel-Pöppelmann-Haus Kulturschaffende aus der Region mit Politikern ins Gespräch. Rund einhundert Gäste konnte die Vizepräsidentin des Landtages von Nordrhein-Westfalen, Angela Freimuth, zu diesem Dialog begrüßen. Umrahmt von Bildern des Künstlers Marc Chagall, entwickelte sich ein angeregter Erfahrungs- und Meinungsaustausch. Als regionale Experten sprachen Stephen Paul, FDP-Fraktionschef im Herforder Kreistag und in der Versammlung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), Andreas Kuntze, Intendant der Nordwestdeutschen Philharmonie, und Prof. Dr. Theodor Helmert-Corvey, Vorsitzender des Kunstvereins.

Angela Freimuth erinnerte daran, dass die christlich-liberale Landesregierung den Kulturetat im Landeshaushalt mehr als verdoppelt habe. Sie wünscht sich, dass der Besuch einer kulturellen Veranstaltung oder eines Museums nicht als "Luxus", sondern als etwas Alltägliches verstanden wird. Mit dem Landesprogramm "Jedem Kind ein Instrument" und anderen Maßnahmen würden bereits Kinder und Jugendliche früh zu eigenem kreativem Schaffen ermuntert, sagte die kulturpolitische Sprecherin der FDP im Landtag.

Stephen Paul sagte, die Landespolitik müsse darauf achten, die Kulturförderung nicht einseitig auf Großveranstaltungen an Rhein und Ruhr zu konzentrieren. "In Westfalen stehen vielleicht weniger die großen Leuchttürme, dafür zieht sich hier aber eine lange, leuchtende Lichterkette durchs Land." Das vielfältige, eigenständige kulturelle Angebot Westfalens verdiene eine großzügige Förderung von der Landesregierung. Bürgerschaftliches Engagement wie im Herforder Kunstverein könne dabei gar nicht hoch genug geschätzt werden. "Die Politik darf nicht über diese Ehrenamtlichen drüberfahren, sondern muss ihre schützende Hand über sie halten und sie einbeziehen", forderte Stephen Paul, der auch Mitglied der Kulturausschüsse des Kreises und des LWL ist.

Andreas Kuntze nahm zu den Absichten einzelner Städte Stellung, sich aus finanziellen Gründen aus der Trägerschaft der Nordwestdeutschen Philharmonie in Herford zurückzuziehen. Er verwies auf die vergleichsweise hohe Eigenwirtschaftlichkeit des Orchesters. Letztlich müssten aber die Politiker entscheiden, ob sie die Existenz des Orchesters sichern wollen. Allen Verantwortlichen müsse klar sein, dass ohne die öffentliche Förderung das gewohnte Niveau nicht aufrecht erhalten werden könne.

Prof. Dr. Theodor Helmert-Corvey betonte, noch sei nicht entschieden, ob der Kunstverein im MARTa-Gebäude besser aufgehoben sei. Klar sei aber wohl, dass die Stadt den Oesterlen-Bau auf Dauer nicht instandhalten könne. Der Vorsitzende des Kunstvereins bat den anwesenden Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler darauf hinzuwirken, dass das Steuerrecht verbessert werde, um private Stiftungen für kulturelle Zwecke attraktiver zu machen.

Bildunterzeile: Bundestagsabgeordneter Frank Schäffler, NWD-Intendant Andreas Kuntze, Landtags-Vizepräsidentin Angela Freimuth und der regionale FDP-Fraktionsvorsitzende Stephen Paul (von links).
Copyright © 2010 FDP Enger. Alle Rechte vorbehalten.
Joomla! ist freie, unter der GNU/GPL-Lizenz veröffentlichte Software.